Kostenfreie Tanz- und Bewegungsworkshops im öffentlichen Raum.
Offen für alle. Ohne Anmeldung, ohne Vorkenntnisse.
Begegnung durch Bewegung ist ein Projekt des Civil Action Network (CAN). Von Mai bis September sind wir in Wiener Parks und auf Plätzen zu Gast. Erfahrene Bewegungspädagog*innen leiten zweistündige Workshops, zweimal pro Woche, über mehrere Wochen am selben Ort und zur selben Zeit. Wer vorbeikommt, macht mit. Keine Kosten, keine Anmeldung, keine tänzerische Erfahrung nötig.
Der Grundgedanke
Wien ist eine dicht bewohnte Stadt, in der sich viele Menschen täglich über den Weg laufen, ohne einander zu kennen. Auf derselben Parkbank, in derselben Straße, im selben Stiegenhaus. Das ist Alltag in einer Großstadt, aber es hat Folgen: Wo man einander nicht kennt, wächst Misstrauen schneller als Vertrauen, und der öffentliche Raum wird zur Kulisse, an der man vorbeigeht, statt zum Ort, an dem man ankommt.
Hier setzen wir an. Bewegung braucht keine gemeinsame Sprache, keine Voraussetzungen, keine Mitgliedschaft. Sie bringt Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnen würden: über Altersgrenzen, Herkunft und Lebensrealitäten hinweg. Und sie schafft den Rahmen, in dem ganz nebenbei das entsteht, was Nachbarschaft eigentlich ausmacht: ein Grüßen mit Namen, ein kurzes Gespräch am Gehsteig und das Gefühl, nicht unter Fremden zu leben.
Das Format
Jeder Park hat seine Routinen. Die Bank, auf der immer derselbe Herr Zeitung liest. Die Abkürzung, die alle unbewusst nehmen. Die Ecke, in der sich niemand lange aufhält. Mit diesen Routinen möchten wir bewusst brechen und einen offenen Kreis schaffen, mit Musik und Menschen, die sich bewegen. Manchmal sind es zehn, manchmal vierzig. Immer sind es Menschen, die in anderen Konstellationen kaum zueinander finden würden.
Die Workshops verbinden verschiedene Bewegungs- und Tanztraditionen. Kulturelle Ausdrucksformen werden geteilt, ausprobiert und weitergegeben. Ohne belehrenden Unterton, ohne Bühne. Dazwischen wird geredet, gelacht, etwas Essen geteilt. Der Tanz ist dabei nicht Anlass, sondern Brücke: das, wodurch Begegnung überhaupt erst möglich wird.
Ablauf eines Workshops
Ein*e Bewegungspädagog*in leitet die Gruppe durch einfache Übungen, zugänglich für alle. Parallel dazu sind Kommunikator*innen vor Ort. Sie sprechen Vorbeigehende an, holen Neugierige in den Kreis und sorgen dafür, dass auch am Rand niemand verloren geht. Ob aktiv mitgetanzt oder nur zugeschaut wird, ist jeder Person selbst überlassen. Am Ende jedes Workshops bleibt Zeit für ein Gespräch und eine gemeinsame Mahlzeit in der Runde.
Jede Projektreihe pro Bezirk beginnt mit einem Auftaktfest und endet, sofern möglich, mit einem Abschlussevent. Wir kochen, decken Tische auf und laden Jugendzentren, Pensionist*innenklubs und weitere lokale Einrichtungen dazu. Diese beiden Termine sind nicht Beiwerk, sondern bilden einen festen Rahmen für die Saison. Wer den Auftakt miterlebt hat, kehrt erfahrungsgemäß gern zurück; wer im Rahmen der Workshops dazukommt, findet im Abschluss den runden Ausklang der Saison.
Zielgruppe
Begegnung durch Bewegung richtet sich an alle, die sich im öffentlichen Raum aufhalten, unabhängig von Alter, Herkunft, Sprache, Körper oder sozialem Hintergrund. Niemand muss Deutsch sprechen, niemand muss tanzen können. Auch wer nur am Rand sitzt, plaudert oder mitisst, ist Teil des Projekts. Die Workshops ziehen Aufmerksamkeit an. Sie schaffen Anlässe zum Zuschauen, Mitreden, Mitlachen. Und vor allem, einander kennenzulernen.
Das Programm stimmen wir auf die Menschen ab, die an dem jeweiligen Ort tatsächlich leben. Ein Nachmittag in Margareten sieht anders aus als einer in Hernals, weil die Nachbarschaften andere sind, die Bedürfnisse andere, die Geschichten andere.
Wirkung
Einmal im Park zu tanzen, verändert wenig. Mehrere Wochen lang zweimal pro Woche im selben Park zu tanzen, verändert einiges. Der Kreis wächst. Menschen bringen andere Nachbar*innen und Bekannte mit. Man weiß, wer im Haus gegenüber wohnt. Der Park wird zum Ort, an dem man gerne verweilt und nicht nur zum schnellsten Weg von A nach B.
Für den Bezirk bleibt etwas, das auch nach dem letzten Workshop trägt: neue Kontakte zwischen Anwohner*innen, ein Ort, der kulturell aufgeladen wurde, und ein Grätzl, das sich ein Stück vertrauter anfühlt. Öffentliche Räume werden wieder das, wofür sie gemacht sind: Orte, an denen Gesellschaft nicht stattfindet, weil sie organisiert wurde, sondern weil Menschen einander begegnen.
Entstehungsgeschichte
Begonnen hat das Projekt 2021 mit einer einfachen Frage: Was passiert, wenn man Bewegung, Musik und ein wenig Gastfreundschaft in einen öffentlichen Raum stellt? Die ersten Workshops waren ein Versuch. Und wir können festhalten: es hat funktioniert!
In den Jahren danach haben wir das Format durch mehrere Wiener Bezirke getragen und bei jedem Durchgang dazugelernt. Wie man sich einem Ort annähert, bevor man ihn bespielt, welche Partnerschaften das Projekt tragen, wie lange eine Saison gehen muss, damit Beziehungen entstehen können. Heute, fünf Jahre später, ist aus dem Versuch ein Format geworden, das sich bewährt hat. Gefördert wurde das Projekt unter anderem durch die Bezirkskulturförderungen und das Ideenbudget der Grätzlmarie WieNeu+.
Arbeitsweise
Vor dem ersten Workshop kommt die Arbeit, die man nicht sieht. Wir machen eine Sozialraumanalyse, sprechen mit lokalen Akteur*innen und klopfen in den umliegenden Wohnhäusern an Türen. Wer einen Platz kennt, soll ihn mitgestalten können.
Vor Ort arbeiten wir mit denen zusammen, die die Nachbarschaft tragen. In den vergangenen Saisonen waren das unter anderem die Nachbarschaftszentren Ottakring und Rudolfsheim-Fünfhaus, das klub ensemble, das Jugendzentrum Alte Trafik am Volkertmarkt und JUVIVO. Dazu kommen Fairplay-Teams der mobilen Jugendarbeit, Pensionist*innenklubs, Ateliers und Bezirksvorstehungen. Ohne diese Partnerschaften gäbe es das Projekt in dieser Form nicht.
Jede Saison wird foto- und videografisch dokumentiert. Wir sammeln Stimmen der Teilnehmenden und werten aus, wen wir tatsächlich erreicht haben. So arbeiten wir nicht nach Bauchgefühl, sondern entwickeln das Format mit jeder Ausgabe gezielt weiter.
Civil Action Network
Begegnung durch Bewegung ist ein Projekt des Civil Action Network (CAN), einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Wien. Seit 2020 arbeiten wir an einer stärkeren Zivilgesellschaft in Österreich, mit Formaten, die Menschen zusammenbringen und zum Mitreden, Mitgestalten und Mitmachen einladen.
Kooperationen
Sie arbeiten in einem Nachbarschaftszentrum, einem Jugendzentrum, einem Pensionist*innenklub, einer Bezirksvorstehung oder einer Kulturinitiative und sehen einen Ort in Ihrem Umfeld, an dem Begegnung durch Bewegung sinnvoll wäre? Melden Sie sich. Neue Saisons planen wir gemeinsam mit den Menschen und Einrichtungen, die vor Ort verwurzelt sind – das ist für uns nicht optional, sondern die Grundlage jeder erfolgreichen Umsetzung.
Kontakt: bdb@civilaction.net
Aktuelle UND VERGANGENE Veranstaltungen
EINIGE EINDRÜCKE AUS DEN VERGANGENEN JAHREN
Diese Broschüre und Videos geben einen Einblick in die praktische Umsetzung des Projekts in den vergangenen Jahren:
E-Zine, Begegnung durch Bewegung
Trailer zum BdB Sommer 2022!
Das war BdB im Sommer 2022!
Wir waren auf Sendung! Hört euch unsere Sendung auf Radio Orange an, die am 16. Mai 2025 und am 6. Juni 2025 ausgestrahlt wurde.
Fragen?
Du möchtest 2026 Teil des Teams werden, regelmäßig auf dem Laufenden gehalten werden oder das Projekt finanziell unterstützen? Schreiben uns an: bdb@civilaction.net.

